Im Folgenden präsentieren wir Ihnen unser Wahlprogramm für Kirchheim. Dabei liegen unsere Schwerpunkte auf frischen und kostenarmen Ideen, die leicht umzusetzen sind. Dass Ausgaben reduziert und Einnahmen erhöht, Bauprojekte abgeschlossen und Straßen dringend saniert werden müssen, da sind sich alle einig. Es braucht aber auch neue Denkansätze, um Kirchheim Stück für Stück lebenswerter zu gestalten.
Intelligente Verkehrskonzepte
Wir brauchen in Kirchheim intelligentere und nachhaltigere Verkehrskonzepte. Der Schwerlastverkehr muss aus den Ortskernen ausgeschlossen werden. Das reduziert Lärm und Feinstaub und die Straßen gehen nicht so schnell kaputt. Durchfahrtsverbote für LKW über 7,5T in der Münchner Straße, der Poinger Straße und dem Heimstettener Moosweg wären leicht und kostengünstig umzusetzen. Gemeinden wie Oberschleißheim oder Hohenlinden machen es vor. Auch ein Nachtfahrverbot für LKW wäre denkbar. Die Kreisstraße M1 muss ausgebaut werden, damit sich in unserem Gewerbegebiet lukratives Gewerbe ansiedeln kann. Dazu muss der Druck auf den Landkreis erhöht werden. Fahrradstraßen gibt es in Kirchheim kaum, obwohl wir uns Fahrradfreundliche Kommune nennen. Aber auch der ÖPNV muss gestärkt werden. Dafür müssen die Anrainergemeinden der S-Bahn Linie S2 gemeinsam an die Landesregierung herantreten und geschlossen für eine bessere Taktung und Zuverlässigkeit einstehen. Wir haben so viele Stellschrauben, um unseren Bürgerinnen und Bürgern das Leben angenehmer zu gestalten. Dafür braucht es aber politischen Willen und Kampfgeist, denn nicht jeder Gemeinderat wird neuen Konzepten positiv gegenüber stehen. Dafür bitten wir Sie um Ihre Unterstützung.
Gut für Klima und Umwelt
Sustainable Urban Drainage Systems (SUDS) sind nachhaltige urbane Entwässerungssysteme. Anstatt Niederschlagswasser schnell in die Kanalisation abzuleiten, orientieren sich SUDS am natürlichen Wasserkreislauf. Ziel ist es, Regenwasser zu sammeln, zu speichern, zu reinigen und vor Ort versickern zu lassen. Typische Elemente sind Gründächer, Regenrückhaltebecken, Versickerungsmulden, durchlässige Beläge und künstliche Feuchtgebiete. SUDS verhindern Überschwemmungen, erhöhen die Wasserqualität, fördern die Biodiversität und verbessern das Klima und tragen damit zu einer klimawandelrobusten, nachhaltigen Stadtentwicklung bei.

Mikrowälder sind sehr kleine, dicht bepflanzte Wälder, meist zwischen 100 und 300m² groß. Sie basieren auf der Miyawaki-Methode: Standortheimische Baum- und Straucharten werden eng gesetzt, um ein schnelles Wachstum und eine hohe ökologische Vielfalt zu erreichen. Durch ihre dichte Bepflanzung entwickeln Mikrowälder in kurzer Zeit ein stabiles, waldähnliches Ökosystem. Sie verbessern das Mikroklima, erhöhen die Biodiversität, binden CO2, filtern Luftschadstoffe und schaffen wertvolle Lebensräume für Tiere. Damit sind Mikrowälder eine einfache, platzsparende Maßnahme zur ökologischen Aufwertung unserer Gemeinde.
Animal Aided Design (AAD) ist ein Planungsansatz, der Tiere systematisch in die Gestaltung von Städten und Landschaftsräumen einbezieht. Statt Tiere nur nachträglich zu berücksichtigen, werden ihre Lebensraumansprüche bereits im frühen Planungsprozess identifiziert und gezielt in Architektur und Freiraumgestaltung integriert. AAD wählt bestimmte Zielarten aus und stellt sicher, dass sie in allen Lebensphasen geeignete Bedingungen finden – etwa Brutplätze, Nahrung, Rückzugsräume oder Wasserstellen. Dies kann durch Elemente wie Nisthilfen, strukturreiche Vegetation, Totholz, Wasserflächen oder spezielle Pflanzenauswahl erreicht werden. Das Ziel ist es, Biodiversität aktiv in die Gemeindeentwicklung einzubauen, sodass neue Gebäude und Freiräume zugleich funktionale Lebensräume für Tiere schaffen und ökologisch wertvoller werden.
Jugend und Freizeit – Freiräume schaffen
Containerbauten sind Gebäude, die aus gebrauchten oder neuen Schiffscontainern entstehen. Besonders spannend für Jugendliche ist, dass man mit Containern schnell kreative Räume schaffen kann – zum Beispiel Proberäume, kleine Cafés oder Aufenthaltsräume. Weil Container stabil und stapelbar sind, lassen sich daraus unterschiedliche Formen bauen, sogar mehrstöckige Anlagen. Außerdem können sie später problemlos umgestellt oder erweitert werden. Wichtig ist aber eine gute Dämmung, damit es im Sommer nicht zu heiß und im Winter nicht zu kalt wird. Insgesamt bieten Containerbauten eine nachhaltige, stylische und mobile Art zu bauen, die oft zu Projekten passt, bei denen es um Gemeinschaft und neue Ideen geht. Containerbauten sind kostengünstig und nachhaltig und würden gut zur Skateanlage passen. Wir werden uns für eine Containercity einsetzen.
In Kirchheim gibt es alles mindestens zwei Mal. Zwei Feuerwehren, zwei Rathäuser, zwei große Sportvereine. Gerade bei letzteren brauchen wir eine langfristige Zukunftsperspektive. Fußballplätze sind jetzt schon vielfach überbelegt, bis zu 8 Mannschaften trainieren dann gleichzeitig auf einem Platz. Durch eine Erweiterung der Sportanlage Heimstetten nach Norden würde sich ein zukunftsfähiges Sportzentrum realisieren lassen. Die Vorteile: mehr Sportflächen und bessere Trainingsbedingungen, Synergieeffekte und effiziente Nutzung von Ressourcen, mehr Gemeinschaft und Zusammenarbeit. Wir müssen jetzt die Diskussionen führen, um Kirchheims Sportstätten zukunftsfähig zu machen.
Unser Jugendzentrum muss besser ausgenutzt werden. Angebote, Räume und Abläufe müssen dafür stärker an die Bedürfnisse junger Menschen angepasst werden. Durch regelmäßige und wiederkehrende Veranstaltungen lässt sich die Identifikation mit dem Haus erhöhen. Jugendliche sollen ihre Ideen stärker einbringen können, zum Beispiel durch Jugendräte oder indem sie Veranstaltungen selber planen und durchführen können. Die Öffnungszeiten müssen angepasst werden, denn viele Jugendliche treffen sich erst abends, da der Tag schon gefüllt ist mit Schule, Hausaufgaben, Sport und familiären Verpflichtungen.