Klimaschutz! Rolle rückwärts?

Trinkwasserbrunnen in urbaner Gegend
Trinkwasserbrunnen (Foto von Gabriella Clare Marino auf Unsplash)

Über die GRÜNEN wird gerne geschimpft. Zu viel Klimaschutz, zu wenig für die Wirtschaft und dann auch noch eine Vermögenssteuer fordern. Markus Söder macht es vor, der Stammtisch plappert nach. Dabei weiß selbst Söder, dass nur mit den GRÜNEN echte Zukunftstechnologien realisierbar sind.

Schimpfen ist leicht, aber dabei bleiben konstruktive Lösungsansätze auf der Strecke. Es ist schon bezeichnend, dass Wirtschaftsministerin Reiche, die ihren Vorgänger Robert Habeck im Wahlkampf massiv kritisiert hatte, nun seine Konzepte zur Energiepolitik weitestgehend übernimmt. Neue, eigene Ideen bleiben aus, stattdessen entstehen Unsicherheit und Stillstand. Aber muss es gleich die Rolle rückwärts sein, wie beim kürzlich beschlossenem Aus vom Verbrenner-Aus der EU-Kommission? Wie beim Festhalten am späten Kohleausstieg, der Förderung fossiler Technologien oder der Aufweichung von Umweltstandards in der Landwirtschaft? Gemeinsam beschlossene Errungenschaften schleifen zu lassen ist die schlechteste Lösung. Sie verzögert nur die notwendige Transformation hin zu zukunftssicheren Technologien.

Schauen wir nach Athen. Im Sommer kletterte das Thermometer auf 46°C. 10 Grad mehr als unsere Körperkerntemperatur. Die Einwohner haben sich zum Ziel gesetzt bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu werden. Dafür fallen Parkplätze weg und Mikrowäldchen entstehen mitten in der Stadt.

Oder nach Paris, dort wird versucht durch intelligente Verkehrsführung den Individualverkehr einzudämmen bei gleichzeitig erhaltener Mobilität für den Einzelnen.

Straßenbahn in der portugiesischen Hafenstadt Porto
Straßenbahn in der portugiesischen Hafenstadt Porto (Foto von Siddhant Kumar aud Unsplash)

Nehmen wir Kopenhagen, die fahrradfreundlichste Stadt im Norden. Dort genießen Radfahrer Vorfahrt mit überraschenden Erfolgen.

In der portugiesischen Hafenstadt Porto wurde die Monatskarte für den ÖPNV auf 30€ gesenkt, Jugendliche unter 23 Jahren fahren sogar kostenlos. Dadurch hat sich die Zahl der jugendlichen Nutzer mittlerweile verdoppelt.

Und wir in Kirchheim? Sind wir vorbereitet auf immer heißere Sommer und Starkregenfälle?

Bei uns gibt es nicht einen einzigen Trinkwasserbrunnen. Wir leisten uns ein schwarzes Rathaus, das die Sonnenwärme förmlich aufsaugt. Wir versiegeln den Boden in großem Stil und jetzt werden noch die Umweltauflagen gelockert. Wir reißen das alte Gymnasium ab, mit all seinen Folgen für die Umwelt. Wie steht es mit unserem Radwegnetz? Wo kauft ein gehbehinderter Hausener Bürger seine Lebensmittel ein?

Wir zeigen neue Ideen auf, wie sich mehr fürs Klima bei schmalem Geldbeutel realisieren ließe. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Mikrowäldchen auf dem Bahnhofsvorplatz oder am Pfarrer-Caspar-Mayr Platz? Oder mit einem LKW Fahrverbot durch die Ortskerne? Wie wäre es, wenn wir ein flächendeckendes Netz aus Fahrradstraßen hätten? Oder wenn die Heimstettener Straße und die Hauptstraße mit Grünzügen gesäumt wären? Wie wäre es, wenn die S-Bahn zuverlässiger und günstiger wäre?

Unsere Bürger*innen sind hellwach und verantwortungsbewusst. Die Anzahl der Solaranlagen auf den Dächern steigt ständig. Aber wer heute investiert, wird mit einer minimalen Erstattung abgespeist. Wie wäre es, wenn sich die Betreiber zu einer Genossenschaft zusammenschlössen, die den Strom an die Nachbarn weiter verkaufen darf?

Wir leben gerne in Kirchheim. Unsere Gemeinde bietet alle Schulen, genug Kinderbetreuungsplätze und viele Möglichkeiten, die Freizeit zu genießen. Doch es könnte noch vieles verbessert werden.

Gemeinsam können wir behutsam umsteuern, hin zu einer lebens- und liebenswerten, nachhaltigen Kommune.

Sprechen Sie mit uns! Wir sind bereit!